François Höpflinger

Zur Geschichte des Alters in der Schweiz


Aus dem Inhalt:

Soziale Stellung alter Menschen und Wahrnehmung des Alters

Lebensweise und Haushaltssituation älterer Menschen

Armut im Alter und Altersfürsorge

Zur Entwicklung der Altersvorsorge

Literatur zur Geschichte des Alters


Einleitung

Anthropologische Studien belegen, dass sich die biologische Lebensspanne des Menschen seit dem Neolithikum kaum verändert hat (vgl. Crews 1990: 14). Die steigende Lebenserwartung namentlich der letzten zwei Jahrhunderte ist allein darauf zurückzuführen, dass mehr Personen ihre biologische Lebensspanne erreichen. Es war deshalb auch in vorindustriellen Epochen möglich, dass Frauen und Männer ein hohes oder sehr hohes Alter erreichten. Obwohl hohes Alter bis ins 20. Jahrhundert relativ selten war, unterlagen ältere Menschen auch früher denselben biologischen Alternsprozessen wie heute. Die heute verbreiteten Alterskrankheiten, wie etwa Demenz (Senilität), Osteoporose (Knochenbrüchigkeit), Arthrose usw., waren auch in früheren Zeiten vorhanden. Allein der frühe, vorzeitige Tod vieler Menschen - etwa durch Epidemien - führten dazu, dass solche altersbedingte Krankheiten (und namentlich Demenz) vergleichsweise selten auftraten. Aufgrund der hohen Mortalität war auch eine langjährige Pflegebedürftigkeit eher selten.

Alter war im übrigen bis ins frühe 20. Jahrhundert weitgehend gleichbedeutend mit Invalidität bzw. Infirmität. Es galten jene Personen als alt, deren körperliche und geistige Kräfte schwanden, nicht jedoch Personen, die ein bestimmtes kalendarisches Alter überschritten (vgl. Borscheid 1992: 38). Daher war die soziale Stellung älterer Menschen in vor- und frühindustriellen Gesellschaften einerseits abhängig von der körperlichen Kraft bzw. der Fähigkeit zur Weiterarbeit im angestammten Beruf. Andererseits wurde die soziale Stellung älterer Frauen und Männer durch ihre Position im Familienverband und ihren Besitzverhältnissen bestimmt. Das Alter als eigenständige Lebensphase - strukturiert durch soziale Zuordnungen gemäss chronologischem Alter - entstand erst im 20. Jahrhundert, namentlich mit der Einführung von Renten- und Pensionssystemen (vgl. Eidg. Kommission 1995).

Soziale Stellung alter Menschen und Wahrnehmung des Alters

Die Wahrnehmung des Alterns und die soziale Stellung alter Menschen waren in Europa historisch immer durch eine existentielle Zweideutigkeit geprägt (vgl. Göckenjan 2000): Einerseits wurde Altern mit körperlichem und geistigem Zerfall, Gebrechlichkeit und Nähe zum Tod assoziiert, und im Vergleich zum positiven Bild der Jugend wurde das Alter auch früher meist negativ bewertet. Andererseits wurde Alter mit Erfahrung und geistiger, spiritueller Entwicklung (Weisheit) in Verbindung gebracht. Die lateinischen Begriffe 'senex, senis' und 'vetus(-eris)' zeigen in ihrer späteren Verwendung dieses Doppelgesicht: eine positive Bewertung im Sinne von 'Senator/Veteran', eine negative Bewertung im Sinne von 'Senilität' bzw. 'senil' (vgl. Porret 1994: 68). Die existenzielle Zweideutigkeit des Alterns trug dazu bei, dass das Ansehen alter Menschen im Verlaufe der Zeit deutlichen Wandlungen unterlag.

In vorindustriellen, bäuerlichen, aber auch nomadischen oder halbnomadischen Gesellschaften (wie etwa den frühen Hirtengesellschaften der Alpen) wurde das soziale Ansehen der Alten - mit Ausnahme einiger ausgewählter geistiger Führungsfiguren - durch den hohen sozialen Wert körperlicher Kraft, die auch im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen Ansehen brachte, von vornherein eingeschränkt. Die Stellung alter (dh. gebrechlicher) Menschen war in Perioden schwacher Staatsgewalt und häufiger kriegerischer Auseinandersetzungen (Völkerwanderung, Frühmittelalter, Gründungs- und Expansionsperioden der Alten Eidgenossenschaft) vergleichswseise schlechter als in Perioden etablierter Staatsordnungen (römisches Reich, Stadtstaaten mit verankerten Zunftwesen, Absolutismus usw.) (vgl. Minois 1989).

Das Ansehen (ausgewählter) alter Menschen hing aber auch mit dem Wert mündlicher Ueberlieferungen und Traditionen zusammen. In Gesellschaften mit starker Betonung mündlicher Ueberlieferungen, sowie in Gesellschaften mit religiöser Wertschätzung der Ahnen (Ahnenkult) genoss die ältere Generation ein vergleichsweise hohes Ansehen (wobei allerdings weniger das Alter an sich, als die Stellung im Generationenverband (Clanälteste, ältestes Familienmitglied usw.) von Bedeutung war.

Im römischen Reich (vor allem zur Zeit der Republik) wurde die Stellung namentlich alter Haushaltsvorstände durch die patriarchalen Familienstrukturen (pater familias) gestärkt. Auch die Ahnenverehrung erhöhte das Prestige der Vorfahren (maiores) gegenüber den Nachkommen (minores). Im Unterschied zur griechischen Kultur sind in der römischen Kultur Darstellungen und Skulpturen alter Menschen vergleichsweise häufig, und mit Cicero's 'Cato maior de senectute' liegt eine eigentliche - bis heute zitierte - Eloge des Alters vor. Die vergleichsweise guten Lebensbedingungen - in einer gut organisierten und geordneten Zivilisation - führten auch dazu, dass relativ viele Leute alt wurden. So erhöhte sich der Anteil der über 60jährigen Personen an der Gesamtbevölkerung Norditaliens und Galliens zur Zeit des römischen Reiches auf zwischen 5-7% (Russell 1990: 123); ein Anteil, der im Gebiet der Eidgenossenschaft erst zu Beginn des 18. Jh. erneut erreicht wurde.

Die Völkerwanderung (und die damit verbundenen kriegerischen Auseinandersetzungen) bedeuteten, dass Anteil und Ansehen alter (d.h. gebrechlicher) Menschen wieder sanken (selbst wenn bei einigen germanischen Stämmen die Bedeutung mündlicher Ueberlieferungen die Stellung ausgewählter alter Menschen stärkte). Entscheidend für die Stellung waren jedoch primär Körperkraft im Krieg, bei Wanderschaften, bei Rodungen usw.).

Mit der Verbreitung und Durchsetzung des Christentums entstand teilweise wieder ein eher positives, spirituelles Bild des Alters, das vor allem in hagiographischen Beschreibungen zum Ausdruck kam (Alte als geistige Vorbilder oder Vertrauenspersonen). Auch der Rückzug älterer Menschen ins Kloster war ein häufiges Thema im frühen Mittelalter (vgl. Cochelin 1992). Faktisch war das Mittelalter allerdings dem Alter gegenüber weitgehend indifferent, auch weil höchstens 2-3% der Menschen 60jährig und älter wurden. Vor allem während Pestzeiten sank die Zahl älterer Menschen sichtbar. So waren beispielsweise im Wallis zwischen 1350-1400 nur 1% aller Erblasser 60jährig oder älter (vgl. Dubuis 1991: 236).

Mit der Ausdifferenzierung der mittelalterlichen Gesellschaft ab dem 11. Jh. (Städtegründungen, Durchsetzung stabiler feudaler Gesellschaften) diversifizierten sich Stellung und Ansehen alter Leute je nach Familienstand, Besitz und Wohnort. In jedem Fall blieb Alter jedoch mit körperlicher Gebrechlichkeit gleichgesetzt (und war nicht mit chronologischem Alter assoziiert). Medizinisch thematisiert wurde das Alter erst im späten Mittelalter, und 1489 wurde die erste Monographie zum Alter publiziert (Gerontocomia von Gabriele Zerbi). Der Beginn des Alters, im Sinne einsetzenden körperlichen Zerfalls (Seneszens), wurde im Spätmittelalter sehr unterschiedlich definiert (zwischen 35 und 70 Jahren) (vgl. Demaitre 1990: 8).

Die Stellung und das Ansehen alter Menschen wurden im übrigen im christlichen Europa von vornherein durch zwei kulturelle Besonderheiten wesentlich geschwächt, vor allem im Vergleich zu manchen aussereuropäischen Gesellschaften: Zum einen schloss die christliche Religion Ahnenverehrung und Ahnenkult aus, was das Ansehen und die Stellung der 'Vorfahren' schwächte und mit dazu beitrug, dass sich das europäische Familienmodell der Kernfamilie (mit getrennt lebenden Generationen) früher und stärker durchsetzte als vielen aussereuropäischen Kulturen. Zum anderen dominierte im religiösen Bereich die schriftliche Ueberlieferung (Bibel) vor der mündlichen Ueberlieferung. Vor allem mit der Erfindung und Verbreitung des Buchdrucks und legaler Dokumente schwand die Bedeutung alter, erfahrener Menschen als Träger kultureller Traditionen. Die mit der Renaissance einsetzende Betonung einer Aesthetik junger Körper - in Anlehnung an griechische Vorbilder - und die damit verbundene Abwertung sichtbaren körperlichen Zerfalls haben das soziale Ansehen des Alters bzw. der Aelteren in Europa gleichfalls reduziert.

Im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit erhöhte sich zwar der Anteil älterer Menschen erneut, gleichzeitig erfuhr der alte Mensch in Europa eine weitere Abwertung (vgl. Borscheid 1987). Die Betonung von Jugendlichkeit, aber auch die Abwertung der mündlichen Tradition (mit Erfindung des Buchdrucks) verschlechterten namentlich in Mitteleuropa die Stellung älterer Menschen. Mit der Pest und anderen Epidemien geriet das Alter - als Vorstufe des Todes - verstärkt in den Sog der Todesdarstellungen. Jugend und Alter rückten in die Nähe des Gegensatzes von Leben und Tod (Borscheid 1987: 29). Im 16. und frühen 17. Jahrhundert führten auch die harten kriegerischen Auseinandersetzungen (Religionskriege, Dreissigjähriger Krieg) vielerorts zu einer 'altenfeindlichen Verrohung' der Sitten.

In manchen Gebieten der Alten Eidgenossenschaft haben allerdings zwei Entwicklungen die Abwertung und Ausgliederung des älterer Menschen im 16. und 17. Jh. gemildert:

Zum einen kannte das zünftige Handwerk eine stärkere Hochschätzung des Alters. Dies galt vor allem in Berufen, in denen die älteren Personen (Meister) ihre Erfahrungen zur Geltung bringen konnten (Kunsthandwerk, Kaufleute u.a.). Konkurrenzverbote, aber auch andere Schutzregelungen der Zünfte, die älteren Handwerker auch bei nachlassender Körperkraft ein Auskommen sicherten, reduzierten das Risiko eines sozialen Abstiegs im Alter. Im Gegensatz dazu besassen Bauer oder unqualifizierte Arbeitskräfte im Alter nur wenig Prestige, da sie kaum über Spezialwissen verfügten.

Zum anderen haben die schweizerischen Reformatoren (namentlich Calvin) im Rahmen ihrer Aufwertung des 'pater potestas' die Tugenden des Alters verstärkt hervorgehoben. Mit der theozentrischen Begründung des Vateramtes wurden gezielte Gegennormen zur Idealisierung der Jugend eingebracht. Solche Ansichten sorgten in Wirkungsbereich der Reformation dafür, dass sich die zeitgenössischen Tendenzen zur Ausgliederung und Abwertung der Aelteren abmilderten.

Im 16. und frühen 17. Jh. wurde das Alter erstmals als Teil des Lebenslauf thematisiert, und Darstellungen der menschlichen Altersstufen wurden populär. Hund, Katze und Esel waren die Tiergestalten, die den alten Menschen auf diesen Lebenstreppen immer wieder zugeordnet wurden, wobei je nach Darstellung die 'Hundejahre' mit 50 Jahren oder mit 70 Jahren einsetzen. Aufgrund der hohen Mortalität war allerdings ein vollständiger Lebenslauf noch die grosse Ausnahme. Wie in späteren Perioden war auch im 17. Jahrhundert die Wahrscheinlichkeit, alt zu werden, sozial ungleich verteilt. So erreichten im Genf des 17. Jh. von 1000 Personen aus der Oberschicht (höhere Amtsträger, Gross- und mittleres Bürgertum) 305 das 60. Lebensjahr. Bei der Mittelschicht (Kleinbürgertum, Handwerker, qualifizierte Arbeiter) waren es 171, und bei der Unterschicht (unqualifizierte Arbeiter, Handlanger) erlebten nur 106 von 1000 das 60. Lebensjahr (vgl. Perrenoud 1975). Ein hohes Alter zu erreichen blieb denn bis ins 19. Jh. weitgehend ein 'Privileg' der Reichen.

Ab dem späten 17. Jh. setzte sich - im Rahmen einer Versittlichung der Gesellschaft (Betonung bürgerlicher Tugenden) - allmählich eine verstärkte Achtung vor den alten Mitmenschen als gesellschaftliche Norm durch. Eine Flut von Anstandsbüchern und moralischen Schriften, aber auch christliche Morallehren - wie etwa der Pietismus - haben diese Entwicklung gefördert. Gleichzeitig führte die Staatsform des Absolutismus dazu, dass die gesellschaftliche Stellung der Familienväter und der älteren Menschen gestärkt wurde. Sie gewannen an Autorität und wurden zu Autoritäten. Vater und Alter wurden vom Begriff her teilweise deckungsgleich, und Prinzipien der 'Anciennität' gewannen an Gewicht. Diese Entwicklung gipfelte im 18. Jahrhunderts in einer eigentlichen 'Inthronisation des Alters' (vgl. Borscheid 1987: 109ff). Dabei wurden körperlicher Verfall und Qualen des Alters übergangen und in den Moralischen Wochenschriften des 18. Jh. kaum angesprochen. Im Mittelpunkt der Debatten stand das Gegensatzpaar 'Vernunft und Unvernunft'. Das zeitgenössische Idealbild des massvoll lebensfreudigen Menschen, der sich weise, genügsam und zufrieden, sanft und sittsam gibt, der die Freuden des Lebens mit Bedacht geniesst, kam den physischen Möglichkeiten der alten Menschen eher entgegen als die draufgängerische, rohe und ungebändigte Umgangsart des 16. Jahrhunderts. Jetzt konnten sie auf vielen Gebieten mit den Jungen mithalten und ihre Erfahrung und Stärken voll zur Geltung bringen (Borscheid 1987: 123-124).

Aufgrund der allmählichen Erhöhung der Lebenserwartung verstärkte sich auch das demographische Gewicht der älteren Menschen in den Dörfern und Städten (und der Anteil der 60jährigen und älteren Personen an der Gesamtbevölkerung stieg im späteren 18. Jh. teilweise auf 10%). Diskutiert wurden in dieser Zeit erstmals auch Fragen einer Beeinflussbarkeit der Lebensdauer, und Aerzte begannen damit, Empfehlungen zur Verlängerung des Lebens (wie gemässigte Lebensführung, Hygiene, Einhaltung von Diäten usw.) zu fomulieren. Vor allem in der zweiten Hälfte des 18. Jh. entstand eine eigentliche Sozialmedizin vom Altern, wobei erstmals zwischen dem 'mittleren und dem hohen Lebensalter' unterschieden wurde.

Das rücksichtsvolle, die meisten Schwächen ausklammernde Bild vom Alter, das die Enzyklopädisten seit Beginn des 18. Jahrhunderts malten, hielt sich bei stetiger Abschwächung bis in die achtziger Jahre. Dabei wurde das Alter nicht selten sentimentalisiert, wie etwa in den Erzählungen von Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769).

Erst nach 1760 zeigte sich wiederum eine kritischere Haltung der älteren Generation gegenüber, und eine selbstbewusste, zukunftssichere Jugend bekannte sich zu jungen, mutigen und lebensvollen Helden. (1761 veröffentlichte Jean-Jacques Rousseau 'Julie ou la Nouvelle Hèloise, und später folgte Friedrich Schiller mit 'Die Räuber'). Die erneute Hochschätzung der Jugend - wie sie in der Sturm und Drang-Periode zum Ausdruck kam - führte zu einer Neubewertung des Alters. Die Einschätzung von Jugend und Alter, Gefühl und Vernunft wurden vertauscht: anstelle einer positiven Einschätzung vernunftbetonter Lebenserfahrung trat eine positive Bewertung jugendlicher Gefühlselemente. Schlagworte wie 'Weg mit den Vätern' oder keine Vergreisung wurden populär. Die revolutionären Umwälzungen in Frankreich - und die damit einhergehende Gleichsetzung von 'Jugend' und 'Erneuerung' verstärkten solche Tendenzen.

Die im frühen 19. Jh. erfolgte Auflösung der Zunftschranken und die in vielen Regionen einsetzenden Prozesse von Industrialisierung und Liberalisierung erhöhten die wirtschaftliche und soziale Unabhängigkeit der jungen, nachrückenden Generation gegenüber der älteren Generation zusätzlich. Es ist denn auffallend, dass die Gründungsphase des liberalen Bundesstaates primär durch die jüngere Generationen getragen wurde, und die Bundesräte nach 1848 waren vergleichsweise jung.

Im Verlaufe des späteren 19. Jh. wurde die Stellung alter Menschen durch die raschen und tiefgreifenden ökonomischen und sozialen Veränderungen weiter geschwächt. Der Bedeutungsverlust von Erfahrungen und die Hochschätzung ständigen technischen Wandels trugen ebenfalls dazu bei. Der Ansehensverlust des Alters wurde durch medizinische Theorien - die Altern einseitig als degenerativen Prozess interpretierten - untermauert (vgl. Schmortte 1990). Der relative Statusverlust des Alters kam auch in einer deutlich negativeren Einstellung zur (Wieder)-Heirat älterer Männer und Frauen zum Ausdruck, was im 19. Jh. zum deutlich erhöhten Witwen- und Witweranteil beitrug.

Im ausgehenden 19. Jh. und frühen 20. Jahrhundert wurde die wirtschaftliche Selbständigkeit der jungen Generation weiter gestärkt, da die industrielle Entwicklung die Möglichkeit eines Erwerbs ohne Grund und Boden (dh. ohne Warten auf das väterliche Erbe) erleichterte. Gleichzeitig trug der Ausbau der schulischen und beruflichen Bildung zum Autoritätsverlust der älteren Generation bei, da die Jungen oftmals besser ausgebildet (und städtischer orientiert waren) als die Alten. Zudem wurde in dieser Phase raschen sozialen und technischen Wandels der Wert von Erfahrung noch weiter reduziert. Mit der Entwicklung der industriellen Produktion (Fabrikarbeit, Akkordarbeit usw.) ergab sich zudem eine verstärkte Betonung von Körperkraft als Leistungskriterium, wodurch ältere Arbeiter an Produktivität und Status einbüssten.

Vor allem im 20. Jh. wurde Jugendlichkeit zu einem umfassenden gesellschaftlichen Wert, und die Aesthetik des jungen Körpers in Mode und Kultur gewann durch die Massenmedien (Wochenzeitschriften, später Kino) eine rasche Verbreitung. Der Jugendkult erfuhr schon in der Zeit vor dem I. Weltkrieg eine globale Bedeutung, aber auch in den 20er und 30er Jahren war Jugend ein zentrales Programm. Die Jugendkulturen und Jugendbewegungen der Nachkriegszeit haben den Trend zur jugendbetonten Gesellschaft noch verstärkt, und dies umso mehr, als in den modernen Wohlstandsgesellschaften des späteren 20. Jh. jugendbetonte Konsummuster, Modeströmungen, Musikstile usw. rasch weltweit diffundierten. Diesen Trends schloss sich ein Teil der älteren Menschen insofern an, als auch für ältere Frauen und Männer zunehmend Mode wurde, sich möglichst 'jugendlich' zu geben und zu verhalten.

Erst ab den 1970er Jahren erfuhr das Bild des Alters allmählich eine erneute Transformation: die Defizit-Theorien des Alters wurden verstärkt in Frage gestellt und die Chancen des Alterns stärker hervorgehoben (auch weil Längsschnittstudien die hohe kognitiven Leistungsbereitschaft alter und hochbetagter Menschen aufzeigten). Gleichzeitig ergab sich eine verstärkte 'Verjüngung' der älteren Menschen, indem immer mehr ältere Menschen Tätigkeiten -wie Reisen, Sport, Weiterbildung, sich modisch ankleiden - übernahmen, die früher ausschliesslich als Privileg der Jugend galten.

Lebensweise und Haushaltssituation älterer Menschen

Allgemeine Aussagen zur Lebensweise und Haushaltssituation älterer Menschen in früheren Epochen sind nur mit Vorbehalten möglich. Zum einen ergaben sich ausgeprägte Unterschiede je nach Region, sozialer Schicht und Familienverhältnissen (Zivilstand, Stellung im Generationengefüge). Zum anderen haben die hohen Sterblichkeitsraten früherer Epochen zu einer Vielzahl verschiedenster Familien- und Lebensformen geführt. Zwei wesentliche Punkte lassen sich trotzdem anführen:

Erstens wurden in Nord- und Mitteleuropa - mit der Entwicklung des 'europäischen Heiratsmodells' (ab 16. Jh.) - ein getrenntes Wohnen und Haushalten verschiedener Generationen schon vergleichsweise früh zur kulturellen Norm. Die Norm generationenübergreifender Familien blieb einzig in ländlichen Regionen mit stark patriarchalen Familienstrukturen (wie Wallis) länger erhalten.

Zweitens war die gemeinsame Lebenszeit verschiedener Generationen bis ins 20. Jh. oft gering. Früher Tod der Eltern oder des Partners waren häufig, un ein gemeinsames Aufwachsen von Enkelkindern und Grosseltern war vergleichsweise selten. Der Begriff 'Grossvater' (grossus pater) lässt sich im übrigen in der Schweiz seit 1526 (Wallis) nachweisen Das Wort 'Grossmutter' (magna mater) wird erstmals 1565 aufgeführt (vgl. Dubuis 1994: 37).

Aufgrund der hohen Sterblichkeit war es somit während Jahrhunderten selten, dass drei Generationen über längere Zeit gemeinsam lebten, und Drei-Generationen-Haushalte waren schon aus demographischen Gründen eine Ausnahme. So umfassten 1720 in Genf nur 4.6% aller Familienhaushalte mehr als zwei Generationen (vgl. Mottu-Weber 1994: 52). Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Generationenabstand in der Schweiz zudem durch eine vergleichsweise späte Familiengründung ausgeweitet (wodurch trotz erhöhter Lebenserwartung die gemeinsame Lebenszeit von Generationen gering blieb).

Die meisten Haushalte umfassten deshalb auch in früheren Epochen nur zwei Generationen, wobei je nach Arbeitsanfall und Vermögenslage Dienstboten oder Inwohner aufgenommen wurden (vgl. Mesmer 1991: 56). Einzig gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Drei-Generationen-Familien aufgrund der erhöhten Lebenserwartung namentlich in ländlichen Regionen vorübergehend häufiger. Danach verstärkte sich auch in diesen Regionen der Trend zur Kleinfamilie, und die Idee eines selbständigen Leben der Generationen gewann weiter an Boden. Die Zunahme in der Zahl von Drei-Generationen-Familie blieb ein vorübergehendes Phänomen (sie hat jedoch den Mythos von der vorindustriellen Grossfamilie geprägt).

Für die konkrete Lebens- und Haushaltssituation älterer Männer und Frauen waren auch schon früher die Produktions- und Besitzverhältnisse entscheidend. Deshalb lebten ältere Menschen auch in früheren Jahrhunderten in sehr unterschiedlichen Haushaltsformen. Zu unterscheiden ist in jedem Fall zwischen der Situation auf dem Land (bäuerliche Kreise) und in den Städten:

- Situation auf dem Land: Für die Generationenbeziehungen und die Stellung der alten Menschen war die jeweilige Art der Besitzübertragung (Realteilung versus Anerbe) mitentscheidend. Die demographische Situation (Epidemien, Hungersnöte), aber auch Unterschiede in der Grösse des Hofes und in der Arbeitsfähigkeit der älteren Generation liessen nur individuelle Lösungen zu. Aufgrund der oft prekären wirtschaftlichen Lage (am Rande der Existenzsicherung) gehörten in bäuerlichen Kreisen Streitigkeiten über die Versorgung der Alten (definiert als nicht-mehr arbeitsfähige Eltern oder Grosseltern) und über die Pflichten der Jungen zum Alltag. Die besitzlosen ländlichen Unterschichten ihrerseits waren ganz der Wohltätigkeit ausgeliefert. Bei Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Alter wurden sie entweder gnadenhalber in ein Haus aufgenommen oder in der Gemeinde von Hof zu Hof weitergereicht.

Um den Generationenwechsel zu beschleunigen, wurde - vor allem nach Abklingen der ständigen Epidemien - in verschiedenen Regionen Mitteleuropas die Institution des Ausgedinges verankert. Eine stärkere Verbreitung fand das Ausgedinge - als geregelter Rückzug auf den Altenteil (z.B. ins 'Stöckli') allerdings erst ab Mitte des 17. Jh.. Beim Ausgedinge handelte es sich um eine rechtlich geregelte Versorgung des alten Bauern bzw. der alten Bäuerin im Rahmen der Hausgemeinschaft (die der jungen Generation übergeben wurde). Oft wurden Wohnrecht, Lebens- und Holzlieferungen usw. sehr detailliert vereinbart und notariell beglaubigt. Da das Ausgedinge eine Mindestgrösse des Hofes voraussetzte, war diese Form der Altersversorgung in vielen Regionen der Alpen und Voralpen faktisch allerdings wenig verbreitet. Auch die Kombination von hoher Sterblichkeit und später Heirat trug dazu bei, dass das Ausgedinge selbst im 18. Jh. die Ausnahme blieb.

Der Zeitpunkt der Hofübergabe war in bäuerlichen Kreisen ein ständiger Streitpunkt, da die soziale Stellung des alten Bauern weitgehend von seiner Besitzmacht abhing. Das gemeinsame Zusammenleben erwachsener Kinder und alter Eltern war mehr eine wirtschaftlichen Zwangsgemeinschaft, als dass sie idealisierten Bilder über das Leben alter Menschen im 'Schoss der Familie' entsprochen hätte (vgl. Mitterauer/Sieder 1977).

- Situation in den Städten: Gegenüber dem Land erlaubte die Stadt eine grössere wirtschaftliche und soziale Unabhängigkeit der Generationen. Die alten Handwerker lebten zwar nicht allein, sie lebten aber zumeist auch nicht mit ihren Kindern zusammen. Schon die Enge der Wohnungen liess ein Zusammenleben der Generationen vielfach nicht zu. Zudem war im Handwerk die Alterssicherung weitgehend von der eigenen Arbeitskraft abhängig. Die Kinder dienten vornehmlich zur Hinterbliebenenversorgung (z.B. Unterstützung älterer Witwen) (vgl. Borscheid 1987: 219).

Insgesamt standen in den mitteleuropäischen Städten die älteren Frauen und Männer nachweislich seit der Mitte des 17. Jh. in ihrer grossen Mehrheit (75% und mehr) einem eigenen Haushalt vor. Im Jahre 1637 führten sogar 92% aller über 60jährigen Zürcher ihren eigenen Haushalt (vgl. Ehmer 1983: 192). Die Beibehaltung eines eigenen Haushalts wurde in den Städten dadurch erleichtert, als alte Handwerker entweder besonderen Schutz genossen (Konkurrenzverbote) oder auch für alte Frauen bzw. Witwfrauen gute Möglichkeiten für physisch nicht anspruchsvolle Tätigkeiten vorhanden waren (Nähen, Spinnen, Waschen). Damit war die Existenzsicherung auch bei abnehmender Arbeitskraft abgesichert. Es ist allerdings auch zu beachten, dass der hohe Anteil älterer Personen mit selbständiger Haushaltsführung in den Schweizer Städten des 17. und 18. Jh. auch mit einer restriktiven Zu- und Niederlassungspolitik zusammenhing: Für viele Mägde, Knechte, Gesellen usw., die als jugendliche Arbeitskräfte in die Stadt gekommen waren, bedeutete Altern die freiwillige oder zwangweise Rückkehr in ihre Herkunftsgemeinden. Die hohe Selbständigkeit (und vergleichsweise gute soziale Lage) der städtischen Betagten ist denn auch Ausdruck einer ungleichgewichtigen Land-Stadt-Beziehung. Diese Situation führte auch, dass der Anteil von Ledigen unter den städtischen Betagten der Schweiz sehr gering war. So fand sich 1637 in Zürich unter den über 60jährigen Männer kein einziger lediger Mann. Dagegen waren 88% der älteren Männer und 43% der älteren Frauen verheiratet. Dazu trug im übrigen auch die relativ hohe Wiederverheiratungshäufigkeit nach einer Verwitwung bei (vgl. Ehmer 1983: 194). In Genf gingen im 18. Jh. 41% der verwitweten Männer, und 18% der verwitweten Frauen eine zweite Ehe ein (vgl. Bideau/Perrenoud 1981: 549), und auch in den Schwyzer.Pfarreien Freienbach-Wollerau heirateten in der Periode 1660-1779 38% der Witwer und 17% der Witwen erneute (vgl. Schelbert 1989: 247ff.) Namentlich von jüngeren Witwen wurde eine Wiederverheiratung erwartet (da ausserhalb der Ehe keine soziale Absicherung gewährleistet wurde).

Mit dem Einsetzen der industriellen Entwicklung veränderte sich auch die Lebens- und Haushaltssituation der älteren Bevölkerung. Die Möglichkeit eines Erwerbs ohne Grund und Boden - z.B. dank industrieller Heimarbeit - erhöhte sachgemäss die Unabhängigkeit der jüngeren Generation. Teilweise führte die Heimarbeit zu speziellen Generationenbeziehungen, indem zwar jede Kernfamilie unter einem gesonderten Dach lebte, die wirtschaftlichen Verhältnisse jedoch enge Notgemeinschaften zwischen Jung und Alt erzwangen (vgl. Braun 1960: 77ff. Mit der industriellen Entwicklung und der Ausdehnung städtischer Lebensweisen gewann das getrennte Wohnen verschiedener Generationen weiter an Bedeutung. Allerdings war auch bei der aufkommenden industriellen Fabrikarbeiterschaft die Kombination von getrenntem Haushalten der Generation und ausgeprägter intergenerationeller Unterstützung häufig (umso mehr als in der Schweiz die Industrialisierung dezentralisiert, auf lokaler Ebene, vollzog und deshalb viele junge Leute in Nähe ihres Geburtsortes Arbeit fanden).

Mit dem Niedergang des Handwerks und der Zunftordnung in der Phase der frühindustriellen Entwicklung verschlechterten sich die sozialen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Führung eines eigenen Haushalts im Alter allgemein. Der Anteil alter Haushaltsvorstände sank, demgegenüber stieg der Anteil hospitalisierter Betagter. Auch die Zivilstandsverhältnisse veränderten sich: der Anteil alter lediger Männer und Frauen stieg namentlich im 19. Jh. an. So blieben in der Schweiz von den 1806/1810 geborenen Männer 18% unverheiratet, und von den Frauen 20% (vgl. Höpflinger 1986: 30). Aufgrund geringerer Wiederverheiratungsraten - vor allem bei verwitweten Frauen - erhöhte sich im 19. Jh. zudem auch der Anteil alleinstehender älterer Witwen und Witwer.

Wirtschaftliche Faktoren (Auflösung der Zünfte, Pauperisierung und verstärkte Bedeutung der physischen Körperkraft im der industriellen Produktion) führten jedenfalls dazu, dass im 19. Jh. speziell für untere soziale Schichten das Alter nicht nur einen Statusverlust, sondern auch den Verlust ihrer Unabhängigkeit (eigener Haushalt) bedeutete. Im frühen 19. Jh. nahm etwa die Zahl älterer Bettgeher, Schlafgänger und Untermieter deutlich zu. Umgekehrt erhöhte sich auch die Zahl älterer Menschen, die aus finanziellen Gründen nichtverwandte Mitbewohner aufnahmen (vgl. Ehmer 1983: 204). Im späten 19. Jh. nahm sowohl der Anteil alleinlebender, älterer Frauen und Männer als auch der Anteil älterer und betagter Verwitweten weiter zu. Aufgrund der verstärkten geschlechtsspezifischen Unterschiede von Lebenserwartung und Unterschieden im Heiratsalter waren Ende des 19. Jh. vor allem betagte Frauen einem hohen Verwitwungsrisiko ausgesetzt. So waren 1900 37% der 60-64jährigen Frauen verwitwet, gegenüber 16% der gleichaltrigen Männer. In einigen Regionen nahm im späten 19.Jh. und frühen 20.Jh. zudem der Anteil von älteren Personen vorübergehend zu, die mit ihren Kindern lebten, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse den Wegzug der Kinder aus dem Elternhaus behinderten bzw. verzögerten.

Die sich verstärkenden geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Lebenserwartung führten im Verlaufe des 20. Jh. zudem zu einer deutlichen 'Feminisierung des Alters'. Vor allem bei den betagten und hochbetagten Personen nahm der Frauenanteil deutlich zu. Während 1910 57% der 80-84jährigen weiblichen Geschlechts war, erhöhte sich der Frauenanteil in dieser Altersgruppe bis 1990 auf 65%.

In der Nachkriegszeit (nach 1945) setzte sich der Trend zum selbständigen Wohnen und Leben der Generationen weiter fort. Eine Haushaltsgemeinschaft älterer Frauen und Männer mit ihren (erwachsenen) Kindern wurde (erneut) seltener, obwohl sich die gemeinsame Lebenszeit der Generationen deutlich ausgeweitet hatte. Während 1960 noch rund 27% der Rentner und Rentnerinnen bei oder mit einem ihrer Kinder lebten, waren dies 1990 nur noch 12%. Auf der anderen Seite nahm der Anteil alleinlebender betagter Frauen und Männer rasch zu ('Singularisierung des Alters'). So stieg der Anteil der alleinlebenden Frauen im Alter von 75 Jahren und mehr zwischen 1960 und 1990 von 24% auf 47% (wogegen der Trend bei betagten Männer geringer war (1960: 11%, 1990: 20%).

Armut im Alter und Altersfürsorge

Die wirtschaftliche Lage älterer Menschen wurde bis ins 20. Jh. primär durch ihre Arbeitskraft (Fähigkeit zur Weiterarbeit) und ihre privaten Besitzverhältnisse (Land- und Wohnbesitz, Sparvermögen) bestimmt.

Bis ins 20. Jh. hinein war Arbeit bis 'ins Grab' für die grosse Mehrheit der Bevölkerung ein unabdingbares Muss. Die wirtschaftliche Sicherheit im Alter hing für die grosse Mehrheit der Bevölkerung somit weitgehend von der Möglichkeit bzw. Fähigkeit ab, im angestammten Beruf weiter zu arbeiten. Armut im Alter war ein häufiges Risiko, vor allem in Berufen, in denen die Körperkraft über das Einkommen bestimmte. In einigen Handwerken erleichterten Konkurrenzverbote es älteren Zunftmitgliedern, sich auch bei Nachlassen der körperlichen Kräfte und Fähigkeiten durch eigene Arbeit zu ernähren. Bis zu Beginn des 20. Jh. reservierten die Städte einen Teil der Arbeiten für unbemittelte ältere Handwerker und Arbeiter. Nachtwächter, Wegwarte, Rathausdiener usw. waren meist ältere Handwerker, die ohne diese Einkünfte der diskriminierenden Armenfürsorge anheimgefallen wären.

Neben der eigenen Arbeitsfähigkeit bestimmten auch die Haus- und Familienverhältnisse (Vorhandensein von Kindern, Tragfähigkeit des Landbesitzes usw.) den Lebensabend der Menschen. Mit dem Erbe als Faustpfand, dem der Hausherr in hohem Masse seine Machtstellung gegenüber seinen Kindern verdankte; über das er in ihr Leben eingriff und über ihre Heiratschancen und den Zeitpunkt ihrer Heirat entschied, vermochte er in gewissem Umfang seine eigene Lage im Alter zu steuern. Die familialen Unterhaltspflichten wurden teilweise rechtlich abgesichert. So sind etwa im Wallis schon für das späte Mittelalter notariell beglaubigte Unterhaltsverträge (etwa im Sinne von 'victus et vestitus') bekannt (Ammann-Doubliez 1994). Auch später erfolgte die Hofübergabe an die jüngere Generation häufig im Rahmen detaillierter vertraglicher Regelungen zur Versorgung der älteren Generation (Wohnrecht, Lebensmittel- und Holzlieferungen usw.). Die an Haus und Familie gebundene Formen der Altersversorgung wurden erst im 20. Jh. durch eine öffentliche Altersvorsorge abgelöst.

Das altersbedingte Nachlassen der Kräfte führte in vielen Fällen zur Verarmung. Vor allem für Angehörige der Unterschicht war Armut eine meist unumgängliche Begleiterscheinung des Alters (vgl. Sassnick 1989).und gegen Ende des 18. Jh. waren in Olten zwei Drittel der Fürsorgeempfänger über 55 Jahre alt (Mugglin 1982: 117). Besonders hoch war das Armutsrisiko alleinstehender Frauen. So stellten 1579 ledige oder verwitwete Frauen in Luzern über 85% der Hilfsbedürftigen (Fischer 1979: 129f.), und 1745/55 waren mehr als ein Drittel der vom Genfer Hôpital Général unterstützten Personen Frauen im Alter von über 60 Jahren (vgl. Clerc 1987). Einzig die Tatsache, dass die Armen oft starben, bevor sie alt wurden, führte dazu, dass Altersarmut bis ins 19. Jh. selten als eigentliches Massenphänomen auftrat. Bis ins 18. Jh. bestand denn keine spezielle öffentliche Altersfürsorge. Die Zünfte beispielsweise kannten keine Alters-, sondern höchstens eine Invalidenversorgung. Alte wurden gleichbehandelt wie alle anderen Armen (Sassnick 1989).

Erste Wohltätigkeitseinrichtungen (Armenhäuser, Hospize) entstanden allerdings schon im späten Mittelalter. Beispielsweise wurde 1228 in St.Gallen die Stiftung des Heiliggeist Spitals am Markt gegründet (Zweck: 'ad infirmorum custodiam et pauperum solatium'). Die Hospize nahmen - obwohl sie sich allgemein an alle Kranken und Armen richteten - faktisch häufig auch arbeitsunfähige Betagte auf (vgl. Ackerknecht 1976: 321). Die Spitäler achteten bei der Festsetzung ihrer Preise oft auf Alter und Gesundheitszustand von Antragsteller. Während ein junger kranker Mann Ende des 15. Jh. im Berner Inselspital für seine Pfründe 150 Gulden zahlen musste, kam eine ältere, durch längere Krankheit geschwächte Frau - von der man annahm, dass sie bald sterben werde - mit 27 Gulden aus. In Bern musste sich im Jahre 1512 ein Pfründner vertraglich verpflichten, bei langer Lebensdauer Geld nachzuzahlen (Dirlmeier 1978: 478f).

Im 16. Jahrhundert kam es auch in der Eidgenossenschaft zu einer Kommunalisierung der Armenfürsorge und der Spitäler (die sich dabei faktisch vielfach in Altersheime verwandelten). Die Unterstützung wurde immer mehr auf einheimische Bürger beschränkt (Bürgerheime). Die repressiven Massnahmen gegenüber den Armen - wozu viele ältere Frauen und Männer gehörten - nahmen zu, vor allem im Zeitalter des Absolutismus (Bettelverbote, Moral- und Verhaltenskodex für Unterstützungsbedürftige) (vgl. Fischer 1979). Die Arbeitsfähigkeit, aber auch die Lebensverhältnisse armer Alte wurden gezielt kontrolliert. Damit verloren die Hospize, Armenhäuser und Spitäler an Anziehung und wurden soweit als möglich gemieden. Im 18. Jh. wurde in manchen Spitälern gezielt zwischen bemittelten und unbemittelten Betagten unterschieden, so etwa im unteren Spital in Winterthur: "Wer eine Eintrittssumme zahlen konnte, durfte damit rechnen, seine Tage 'in anständiger Ruhe' zu verbringen und die gute Pfrund zu geniessen. Wer hingegen zu arm war, einen Pfrundschilling zu entrichten, musste sein täglich Brot und Mus erarbeiten." (Sassnick 1989: 92). Auch im St.Galler Heiliggeist Spital wurde klar zwischen Herren-, Mittel- und Muespfründer unterschieden. Verpfründungen oder Leibrentenverträge waren für wohlhabende (städtische) Betagte eine Möglichkeit einer familienunabhängigen Altersvorsorge. Tatsächlich nahm im 18. Jh. der Anteil der hospitalisierten Alten vor allem in den Städten zu, unter anderem, weil die Spitäler allmählich besser eingerichtet wurden, mit kranken oder pflegebedürftigen Betagten umzugehen. So stieg der Anteil der im Hospital verstorbenen Personen von über 60 Jahren in Genf zwischen 1592 und 1689 von 4.7% auf 10.2%, um 1780 17.0% zu erreichen (vgl. Mottu-Weber 1994: 51)

Ende des 18. Jh. und im Verlaufe des 19. Jh. spezialisierten sich Spitäler und soziale Einrichtungen stärker auf fest umrissene Aufgaben bzw. Gruppen (vgl. Nussbaum 1994). So entstanden für verschiedene Gruppen je unterschiedliche Einrichtungen (Waisenhäuser, Zuchthäuser, Jugendanstalten, Bürger- und Altersheime). Mit der Entwicklung der Medizin ergab sich - vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jh. eine verstärkte Trennung von Spital, Pflegeheim und psychiatrische Anstalten. Die Bürger- und Altersheime wurden nicht selten an abgelegenen Randlagen angesiedelt, womit die Ausgliederung der Betagten Vorschub geleistet wurde. Armut im Alter war auch im 19. Jh. verbreitet. So waren 1827 in Genf 22.5% der über 70jährigen Personen fürsorgeabhängig (vgl. Nussbaum 1994: 101). Das Bürgerortsprinzip in der Fürsorge - durch die Bundesverfassung von 1848 gestärkt - führte in nicht wenigen Fällen zu (zwangshaften) Umplazierungen alter, invalider Menschen. Zudem blieb das Fürsorgeprinzip weiterhin vielfach demütigend, und auch von betagten Heiminsassen wurde weiterhin eine Arbeitspflicht - im Rahmen ihrer körperlichen Möglichkeiten - verlangt (z.B. Garten-, Küchenarbeit).

Am hohen Armutsrisiko alter Menschen änderte sich bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jh. wenig. Noch 1920 waren 35% der alten Menschen unterstützungsbedürftig (vgl. Jahrbuch der NHG 1940/41). Entsprechend der ungesicherten Altersvorsorge war der Anteil der erwerbstätigen Betagten weiterhin sehr hoch, und 1920 waren 60% aller über 70jährigen Männer weiterhin erwerbstätig (verglichen mit 5% im Jahre1990).

Die wirtschaftliche Lage der älteren Menschen verbesserte sich erst in der Nachkriegszeit, einerseits dank Einführung der AHV (1948) und später auch der beruflichen Vorsorge, andererseits dank dem allgemeinen Wohlstandsgewinn, der auch der älteren Bevölkerung zugute kam.

Zur Entwicklung der Altersvorsorge

Eine eigentliche Altersvorsorge - im Unterschied zur familialen, privaten oder staatlichen Fürsorge - entstand erst im 20. Jh. Alterspensionen - im Unterschied zu Invaliden- oder Witwenkassen - waren bis Ende des 18. Jh. auf Einzelfälle beschränkt und ohne Rechtsanspruch . So wurde 1491 dem Basler Brunnenmeister im Fall altersbedingter Arbeitsunfähigkeit ein Drittel seines Gehalts gewährt (Borscheid 1987: 44). Erste Vorschläge für eine eigentliche Altersvorsorge wurden ab dem späten 17. Jh. formuliert. So entwickelte Daniel Defoe - Erfinder von Robinson Crusoe - 1690 den Plan einer Pension für alle über 50-jährigen, und analoge Ueberlegungen - allerdings mit höheren Altersgrenzen - waren auch im 18. Jh. präsent. Faktisch begannen allerdings Renten- oder Pensionsregelungen selbst für Amtsträger, Beamte oder Offiziere erst seit Ende des 18.Jh. häufiger zu werden. In Oesterreich entstand 1781 auf Initiative von Kaiser Joseph II das erste zusammenfassende Pensionsgesetz für Beamte ('Pensions-Normale') im deutschen Sprachraum, Renten- oder Pensionsregelungen für Amtsträger. 1783 wurde in Genf erstmals für Offiziere und Soldaten der Republik ein Rentenreglement eingeführt (vgl. Mottu-Weber 1994: 58). Im Verlauf des 19. Jh. wurde das System von Soldaten- und Beamtenpensionen allmählich auf private Angestellte und ausgewählte Arbeitergruppen ausgedehnt. Diese betrieblichen Rentenkassen dienten unter anderem der Bindung ausgewählter Gruppen von Angestellten und Arbeitern an das Unternehmen.

Eine weite Kreise der Angestellten- und Arbeiterschaft umfassende gesetzliche Rentenversicherung entwickelte sich jedoch erst im späten 19. Jh. Namentlich Bismarck mass der Alterspension im Komplex der Sozialver-sicherung einen hohen Stellenwert zu, wobei er vor allem die integrative Wirkung einer Altersrente betonte. Mit dem deutschen Reichsgesetz vom 22. Juni 1889 über die Invaliditäts- und Altersversicherung der Arbeiter entstand das erste staatliche Pensionssystem in den westlichen Industriestaaten. Allerdings hatten die ersten Renten primär den Charakter eines Zuschusses zum Lebensunterhalt; ein Lebensunterhalt, der weitgehend aus anderen Einkommensquellen (gelegentliche Arbeit, Ersparnisse, Unterstützung durch Angehörige usw.) gespeist werden musste.

Obwohl das deutsche Beispiel die Diskussionen über eine staatliche Altersversicherung in anderen Ländern förderte, blieb es bis nach Ende des I. Weltkriegs im wesentlichen eine Ausnahme. Während in Deutschland 1910 schon 52% der Erwerbstätigen einer Rentenversicherung unterstellt waren, waren dies in Oesterreich zur gleichen Zeit erst 2%. Erst in der Zwischenkriegszeit führten diverse europäische Länder erstmals eine allgemeine Altersvorsorge (im Sinne einer gesetzlichen Pflichtversicherung) für breite Teile der Bevölkerung ein (Italien (1919), Belgien (1924), Oesterreich (1926), Norwegen (1935), Finnland (1937) (vgl. Ehmer, 1990: 108).

Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten gelang die Einführung einer gesetzlichen Altersvorsorge in der Schweiz - und damit der Wandel von der Fürsorge zur Vorsorge - erst vergleichsweise spät. Die föderalistische Struktur und die Referendumsdemokratie verlangsamten die Ausarbeitung und Einführung einer einheitlichen, landesweiten Lösung. Obwohl die verfassungsmässige Grundlage für eine gesetzliche Altersversicherung schon 1925 verankert wurde, dauerte es 23 Jahre bis eine allgemeine Altersversicherung in Kraft treten konnte. Ein erstes, bescheidenes Gesetz zur Einführung einer Altersvesicherung (Lex Schulthess) wurde 1931 abgelehnt. Der Durchbruch der Idee der sozialen Sicherung gelang erst, als unter dem Druck des II. Weltkrieges für die wirtschaftliche Sicherheit der Wehrmänner und ihrer Familien gesorgt werden musste. Mittels Vollmachtenrecht wurde vom Bundesrat eine Lohn- und Verdienstersatzordnung (LVEO) geschaffen. Der Erfolg und die Popularität der LVEO ebnete einer durch Lohnprozente finanzierten staatlichen Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) den Weg. 1947 wurde das AHV-Gesetz mit grossem Volksmehr (79.3% Ja) angenommen, und 1948 trat es in Kraft (Zur Entwicklung der AHV, vgl. Berenstein, 1986; Binswanger, 1986; Sommer, 1978).

Zwischen 1951 und 1978 wurde die AHV in 9. Revisionen regelmässig ausgebaut und an die Lohnentwicklung angepasst., wobei allerdings der eigentliche Verfassungsauftrag (Sicherung des Existenzbedarfs durch Renten) nicht erfüllt wurde. 1966 wurden deshalb Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV eingeführt, um einkommensschwachen Bezügern von AHV- und IV-Renten ein existenzsicherndes Einkommen zu gewährleisten. Die Frage der Stellung der Frauen (unterschiedliches Rentenalter für Männer und Frauen, Behandlung lediger und geschiedener Frauen, Fehlen eines eigenständigen Rentenanspruchs von Ehefrauen) führte seit Beginn der AHV immer wieder zu familien- und ehepolitischen Diskussionen (Luchsinger 1995). Die Durchsetzung eines eigenständigen Rentenanspruchs von Ehefrauen (Splitting-Modell) gelang jedoch erst mit der 10. AHV-Revision, die 1995 vom Volk gutgeheissen wurde.

1972 wurde das Dreisäulenkonzept der Altersvorsorge (1.Säule: obligatorische Altersversicherung AHV, 2. Säule: obligatorische berufliche Vorsorge (Pensionskassen), 3. Säule: steuerlich begünstigtes privates Sparen) in der Verfassung verankert. Das Obligatorium der beruflichen Vorsorge (BV) trat - nach jahrelangen Verzögerungen - allerdings erst 1985 in Kraft. Gemäss Gesetz soll die berufliche Vorsorge zusammen mit der AHV/IV im Alters-, Invaliditäts- und Hinterlassenenfall die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise garantieren. Im Gegensatz zur AHV/IV basiert die berufliche Vorsorge nicht auf einem Umlageverfahren, sondern sie ist nach dem Kapitaldeckungsverfahren organisiert. Die berufliche Vorsorge ist deshalb durch Veränderungen der demographischen Altersverteilung weniger direkt betroffen als die AHV.

Insgesamt hat sich in der Schweiz - wenn auch langsam und im Vergleich zu anderen Ländern vielfach später - ein diversifiziertes System der Altersvorsorge verankert, das - auch dank dem System von Ergänzungsleistungen - die wirtschaftliche Existenzsicherung alter Menschen absichert.

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Weitere Quellen:

Jahrbuch der Neuen Helvetischen Gesellschaft (1940/41).

letzte Aenderung: April 2007
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